Zweimal der gleiche Titel, zwei verschiedene Cover.
It’s Showdown again.
Diesmal mit zwei deutschen Ausgaben und der Feststellung, dass die englischen Einbände nicht in jedem Fall besser sind. Bei Market Forces, so der Originaltitel des Romans, sind die englischen Cover allesamt gruselig.
Die Kontrahenten: Richard Morgan, Profit vs. Richard Morgan, Profit. Das ist in diesem Fall auch SF Buchregal vs. Allgemeine Reihe.
Und das ist auch gut so: Richard Morgan, Meister des hard-boiled SF-Actionthrillers, schreibt einen hard-boiled Fantasy-Actionthriller: The Steel Remains. In das klassische Setting von Schwertkämpfern, Monstern und Magie bringt er seinen typischen Morgan-Touch und eine ungewohnte Perspektive: Der Held ist schwul. Wir freuen uns über ein ungewöhnliches und gutes Buch. [00:00]
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Greg Bear besucht Die Stadt am Ende der Zeit und hinterlässt der Nachwelt ein dickes Epos auf der Suche nach sich selbst. Der Moderator zweifelt an der Größe seines Gehirns und fragt sich, ob diese seltsame Genremischung die Lesezeit wert war. [13:05]
Die Haubold-Chroniken: In dem Buch Die Schatten des Mars erzählt Frank W. Haubold in einer Sammlung von Kurzgeschichten seine Variante des Mythos von roten Planeten. Ein Buch mit Licht und … nun ja, Schatten. Wir versuchen uns an einer angemessenen Einordnung und philosophieren über Herzblut und Leidenschaft. [25:10]
When the music’s over: Näher sind sich phantastische Literatur und Musik nie gekommen. Schattenklänge von Lewis Shiner aus dem Jahre 1993 ist ein zeitloses Meisterwerk über den dunklen Geist der 60er, großartige Musik und die Umbrüche des Lebens. [36:25]
Wiederbelebung in Disneyworld: Cory Doctorow ist ein Mr. Wichtig der digitalen Community, bloggt und verschenkt seine Bücher im Internet. Sein Debüt als Romanautor ist »Backup« über die Demokratie der Bonuspunkte und den Kampf der Freizeitparks. Wir fragen uns: Ist das Buch ein »Magic Kingdom« oder einfach nur »down and out«? [00:00]
Back to the roots: Als Abenteuer noch einfach bunt waren, schrieb Georg R.R. Martin seinen Erstlingsroman »Die Flamme erlischt«. Tolle Schauplätze, spannende Intrigen und düstere Bösewichter. Eine schöne Erinnerung an das Genre der Science Fantasy. [11:20]
Wer hat Angst vor dem Schwarzen Mann: In »Skorpion« bietet Richard Morgan Hard-Boiled SF mit kritischem Hintergrund. Gentech-Soldaten zwischen Jesus-Land und Freihandelszonen. Wir sprechen über Action mit Tiefgang. [20:25]
Im Reich der Sonderbaren: Jeff VanderMeer ist ein Meister der surrealen Phantastik. Die ausgezeichnete Anthologie »Ein Herz für Lukretia« zeigt die Bandbreite des Autors. Skurrile, düstere und berührende Geschichten. Wir fragen uns: Ist VanderMeer verklärend oder verstörend? [31:15]
Datastream
Cory Doctorow, Backup (Heyne 2007 - 286 Seiten) Übersetzung: Michael Iwoleit
ISBN: 978-3453522978 Originaltitel: Down and Out in the Magic Kingdom (2004)
George R. R. Martin, Die Flamme erlischt (Blanvalet 2006 - 479 Seiten) Übersetzung: Werner Fuchs ISBN: 978-3442243181 Originaltitel: Dying of the Light (1977)
Richard Morgen, Skorpion (Heyne 2007 - 832 Seiten) Übersetzung: Alfons Winkelmann ISBN: 978-3453523562 Originaltitel: Black Man (2007)
Jeff VanderMeer, Ein Herz für Lukretia (Shayol Verlag 2007 - 283 Seiten) Übersetzungen: Diverse. ISBN: 978-3-926126-71-9 Originaltitel: Secret Life (2004) Für die deutsche Ausgabe wurde in Absprache mit dem Autor eine etwas andere Zusammenstellung gewählt.
Vorbeiwerfen um zu treffen: Wolfgang Jeschke spielt das “Cusanus Spiel” und führt die Leser in ein Europa der Ökokatastrophen und Neofaschisten. Das deutsche SF-Urgestein ist mal wieder auf dem Weg in die Vergangenheit und betreibt mit seiner Hauptperson Selbsterkenntnis in der Kunstausstellung.
Alle Wege führen nach Ambra: An der Biegung des Mott-Fluss liegt die bizarre Schöpfung des amerikanischen Autors Jeff VanderMeer, die “Stadt der Heiligen & Verrückten”. Auf Besuch bei Pilzbewohnern, Piratenkapitänen, Historikern und Künstlern in der düsteren und verspielten Metropole der Fantasie. Als Bonus Track die seltsame Musik von Robert Devereux.
Das Leben als Gecko: Richard Morgans Lieblingsheld Takeshi Kovacs hängt an der Wand. Auch in “Heiliger Zorn” entfesselt Morgan wieder ein spannendes Abenteuer auf der Reise von Körper zu Körper. Wir genießen anspruchsvolle Popcorn Literatur und grenzen sie zum Bildungsbürgertum ab.
Superoberaffentittengeil: In seiner zweiten Vision versammelt Helmuth Mommers wieder neue und alte Bekannte der deutschen Phantastik. Wir blättern durch “Die Legende von Eden” und besuchen eine äußerst ungewöhnliche Spielshow.
Musik zur Sendung: Robert Devereux – »Fungicide« – Eine akustische Hommage an die Stadt der Heiligen & Verrückten, mit Stücken wie »Albumuth Boulevard« oder »Dradin, In Love«. / Das blaue Monster