Schriftsonar – Der SciFi Podcast

Is anybody out there? – Science Fiction jenseits von Anglo-Amerika.

Das Genre der Science Fiction Literatur ist vor allem eine anglo-amerikanische Angelegenheit. Neben den Publikationen aus den USA und Großbritannien spielen Romane aus anderen Ländern nur eine Nebenrolle. Die sogenannte “internationale SF Szene” ist recht einseitig sortiert. Die Europäer sind daran gewöhnt, dass ihre Science Fiction Autoren nur im eigenen Land und oft nur am Rande wahrgenommen werden. Wie ist dies aber erst, wenn wir in andere Regionen blicken? Gibt es Science Fiction aus Afrika, aus Asien oder Arabien? Welche Rolle spielen kulturelle Dominanz und westliche Weltbilder bei der Eingrenzung des SF Genres? Was gibt es zu entdecken – jenseits von Anglo-Amerika?

Christian Hoffmann - Phantastische Literatur in Afrika Über diese und andere Fragen spreche ich mit Michael Iwoleit und Christian Hoffmann. Der Autor, Übersetzer und Publizist Michael Iwoleit ist unter anderem Herausgeber des englischsprachigen Online Magazines Internova, das sich ausschließlich mit internationaler SF jenseits der anglo-amerikanischen Szene beschäftigt. Christian Hoffmann ist Kritiker und Autor zahlreicher Sekundärtexte zur SF. Soeben erscheinen ist sein Buch Phantastische Literatur aus Afrika.

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Im Podcast erwähnte Leseempfehlungen:

zur afrikanischen Science Fiction:

Lauren Beukes - MoxylandThiongo – Herr der KrähenNnedi Okorafor - Who Fears Death
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J. M. Coetzee - Warten auf die BarbarenMohammed Dib - Und ich erinnere mich an das MeerLauren Beukes, Moxyland. Englischsprachige Ausgabe (keine deutsche Übersetzung vorhanden) (384 Seiten, Angry Robot 2010) – Ng’g’ wa Thiong’o, Herr der Krähen (Originaltitel: Wizard of the Crow). Aus dem G’k'y’ ins Englische von Ng’g’ wa Thiong’o, aus dem Englischen von Thomas Brückner (960 Seiten, A1 Verlag 2011) – Nnedi Okorafor, Who Fears Death. Englischsprachige Ausgabe (keine deutsche Übersetzung vorhanden) (400 Seiten, DAW 2011) – J. M. Coetzee, Warten auf die Barbaren (Originaltitel: Waiting for the Barbarians). Aus dem Englischen von Reinhild Böhnke (285 Seiten, Fischer Taschenbuch Verlag 2002) – Mohammed Dib, Und ich erinnere mich an das Meer (Originaltitel: Qui se souvient de la mer). Aus dem Französischen von Helga Walter (142 Seiten, Verlag Edition Orient 1992)

Ein hervorragender Überblick von Christian Hoffmann: Phantastische Literatur aus Afrika. Eine Bestandaufnahme (150 Seiten – Shayol 2012)

weitere internationale Science Fiction:

Lavie Tidhar - Apex Book of World SF 1Lavie Tidhar - Apex Book of World SF 2Bal Phondke - Es geschah morgen (Indische SF)
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Lavie Tidhar: Apex Book of World SF 1 & 2 (Apex Publications) – Bal Phondke: Es geschah morgen. Indische Science Fiction Deutsch von Wilko Müller (325 Seiten, Projekte-Verlag 2006) – Brian W. Aldiss & Sam Lundwall (Hrsg.): Der Grosse Heyne World SF Omnibus

im Internet:

Internova – International SF (edited by Michael Iwoleit)

The World SF Blog

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Und wieder einmal ist es Zeit für Meinungsvielfalt, in unserer Rubrik »Multiversum«. Diesmal haben wir nach den unbeachteten Meisterwerken gefragt. Tolle SF-Romane, die vielleicht schon vor längerer Zeit erschienen sind und die niemals die Aufmerksamkeit und Würdigung erfuhren, die sie eigentlich verdient hätten. Bücher, die in die Kategorie »Most Underrated SF-Novel« fallen.

Michael Iwoleit, Autor, Übersetzer, Herausgeber (u.a. Nova, Internova): Hilbert Schenck, At the Eye of the Ocean (1980) – Science Fiction ist eine im Kern pessimistische Literatur. Es fällt schwer, SF-Bücher mit einer optimistischen Grundstimmung zu finden, die nicht ins Kitschige verfallen. Mit diesem Buch – der Lebensgeschichte eines Mannes mit dem ungewöhnlichen Talent, Meeresströmungen und Wetterbewegungen über dem Meer zu erspüren Hilbert Schenck - At The Eye Of The Ocean – ist dem Autor etwas gelungen, was die meisten SF-Autoren gar nicht erst versuchen: Eine kraftvolle Bejahung des Lebens und der Liebe, mit am Ende fast mystisch überhöhten Figuren, die dennoch glaubhafte Charaktere bleiben. Schenck gelangte in der amerikanischern SF der Siebziger zu vorübergehender Prominenz, ist aber heute praktisch vergessen. Auch seine Stories und sein Roman A Rose for Armageddon, wenn auch weniger stark als dieser, lohnen eine Wiederentdeckung.
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Hardy Kettlitz, Publizist, Autor zahlreicher Texte zur SF-Literatur, Herausgeber der Reihe SF-Personality: George Turner, Sommer im Treibhaus (1987; The Sea and Summer) – Subtiler, spannender Roman aus Australien über Treibhauseffekt und die Weltwirtschaft. Ward Moore: Der große Süden (1953; Bring the Jubilee) – Alternativweltroman, in dem die Südstaaten den amerikanischen Bürgerkrieg gewinnen. Mike Resnick: Das Zeitalter der Sterne (1982; Birthright: The Book of Man) – Großartige Future History in Erzählungen. Lohnt auch mehrfaches Lesen.
George Turner – Sommer im TreibhausWard Moore – Der große SüdenMike Resnick – Das Zeitalter der Sterne
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Arno Behrend, Publizist, Autor und Mitorganisator des DortCon: Elleander Morning von Jerry Yulsman – In einem detailreich geschilderten Jahr 1983, das völlig anders ist, als jenes, das wir erlebt haben, sorgen zwei Bücher für Aufregung, die ein nie stattgefundenes Ereignis allzu glaubwürdig darstellen: einen zweiten Weltkrieg! Dieses Buch hat einfach alles: Phantastik, Spannung, Romantik, Erotik und eine verblüffende Detaildichte. Die Todesgarde von Philip George Chadwick – Ein Soldat des Ersten Weltkrieges erschafft mit biotechnologischen Methoden eine nichtmenschliche Armee. Wie Chadwick schon 1939 in diesem Roman die Gentechnologie voraussieht, ist atemberaubend – eine Vision von gestern, die den Leser heute frösteln lässt! Das Automatenzeitalter von Ri Tokko – Ri Tokko hat sich in dieser Utopie aus dem Jahre 1930 von der Automatisierung die vollständige Befreiung des Menschen von der Arbeit erhofft. Fertighäuser, Solarenergie, das Internet, Wetterkontrolle und Gentechnik – das alles hat Ri Tokko vorweggenommen. Seine gesellschaftlichen Visionen sind aus heutiger Sicht teils traumhaft, teils völlig indiskutabel –In jedem Fall ist sein Ideenreichtum außergewöhnlich.
Jerry Yulsman - Elleander MorningPhillip George Chadwick – Die TodesgardeRi Tokko – Das Automatenzeitalter
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Christian Hoffmann, SF-Kritiker, Publizist, Autor von Sekundärtexten zur SF: Das Rätsel der Creeps von Daniel S. Garnett, der wie Haldemans Ewiger Krieg zur Zeit des Vietnamkrieges entstand, ist eine brillante Satire, in der mit Drogen ruhiggestellte Raumsoldaten in den Kampf gegen die bösen, bösen Creeps ziehen. Oder das zumindest glauben… – Weitaus weniger bekannt als Asimovs Roboter-Geschichten ist Roderick von John T. Sladek, dessen mechanischer Titelheld immer wieder mit menschlicher Dummheit und Bosheit konfrontiert wird. Vergesst Asimovs Robotergesetze: hier kommt Roderick! Der Mann ohne Vergangenheit von Charles L. Harness ist eine der besten Space Operas überhaupt. Wird von Kritikern oft auf eine Stufe mit den Werken A. E. van Vogts gestellt, erreichte jedoch leider nie deren Popularität.
Das Rätsel der Creeps – Daniel S. GarnettRoderick – John T. SladekDer Mann ohne Vergangenheit – Charles L. Harness
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Alex »molosovsky« Müller, SF-Blogger, Kritiker, Übersetzer (Ted Chiang): A.S. Neil, Die grüne Wolke – Klassiker der wilden Jugendliteratur aus dem Jahre 1938. Irgendwo zwischen Endzeit-SF, Abenteuertumult und völligem Chaos. Übersetzt von Harry Rowohlt. Empfohlen sei die Ausgabe mit den Illus von F. K. Waechter (oder das von Herrn Rowohlt selbst eingelesene Hörbuch). William Browning Spencer, Résumé With Monsters – Siebzehn Jahre ist dieser Roman alt und immer noch unübersetzt im Land der mehrfachen Lovecraft-Ausgaben. Hier trifft kosmisches Grauen auf moderne McJob-Arbeitswelt … mit Romanze! J. M. DeMatteis (Text) & Glenn Barr (Zeichnung), Brooklyn Dreams – Feine S/W-Psychophantastik die grandios mit Stimmungen, dem Kontrast von Realismus, Cartoon & Phantastik spielt. War vergriffen, ist nun in schöner einbändiger (engl.) Ausgabe zu haben.
A. S. Neil - Die grüne WolkeWilliam Browning Spencer – Résumé With MonstersDeMatteis & Glenn Barr – Brooklyn Dreams
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Auch interessant:
Multiversum – SF Romane für Einsteiger

Robert Sheckley Robert Sheckley (1928-2005) ist einer der vergessenen Helden der Science Fiction. Bekannt wurde er mit seinen pointenreichen und humorvollen Kurzgeschichten, die er vor allem in den 50er und 60er Jahren in amerikanischen SF-Magazinen veröffentlichte.

In einem Interview stellen Hardy Kettlitz und Christian Hoffmann diesen ungewöhnlichen Autor und sein Werk vor. Die beiden sind die Verfasser des umfangreichen Werkführers Robert Sheckley – Mörderspiele und kosmische Reisen (SF Personality 21).

Wir reden über die besten Geschichten und Romane von Sheckley, hören etwas über die SF-Magazine der 50er, über Tiere ohne Augen und folgen einem wahrhaft mörderischen Spiel. Ausserdem lernen wir, was Dieter Thomas Heck und Dieter Hallervorden mit Robert Sheckley zu tun haben.

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Download: Schriftsonar Interview Spezial: Robert Sheckley


Datastream
SF Personality 21 - SheckleyRobert Sheckley - Der widerspenstige Planet

Hardy Kettlitz & Christian Hoffmann, Robert Sheckley. Mörderspiele und kosmische Reisen. SF-Personality, Band 21 (Shayol 2011 – 206 Seiten)

Robert Sheckley, Der widerspenstige Planet. Erzählungen. (Heyne 2010 – 704 Seiten)
Das große Robert Sheckley-Buch (Bastei-Lübbe 1985 – 715 Seiten)
Erster Preis: Allmächtigkeit (Bastei-Lübbe 1981) Original: Dimension of Miracles (1968)
Der unbegrenzte Mann (Bastei-Lübbe 1986) Original: Options (1975)
Mr. Jones wundersame Reise (Bastei-Lübbe 1981) Original: Journey Beyond Tomorrow (1962)


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