Alles Bio: In Uwe Posts skurrilem Roman Symbiose herrscht das große Krabbeln. Auf der Erde tummelt sich ein bunter Haufen von Telefonschnecken, Haarpflegegeckos, sprechenden Kühlschränken und Kraftkäfern in fröhlicher Symbiose. Politiker, Bürger, Wissenschaftler und Deppen schlagen sich um die letzten Tickets auf der Flucht vor dem Weltuntergang. Wir reisen mit und haben Spaß dabei. [00:00]
Patient lebt, Welt tot: Hiobs Spiel von Tobias O. Meißner ist eine lang angelegte Chronik der Grausamkeiten und Abgründe. In diesem frühen Roman des deutschen Ausnahmeautors zeigt sich ein wütender und düsterer Meißner. Hier herrscht ein anderer Ton, als in seinen massenkompatiblen Fantasyromanen. Ein Buch, das sich auskotzt über die Welt. Kann man es wirklich empfehlen? [13:15]
Tauchfahrt in die Seele: Peter Watts nimmt uns in Abgrund mit in die dunkelsten Tiefen des Ozeans. Doch seine Personen tragen diese Abgründe auch in sich selbst. Gebrochene Opfer und unberechenbare Gewalttäter werden zu Wesen der Tiefsee und entdecken ihre eigenen Form des Menschseins. Ein Roman, der einen nicht los lässt, mit einer Geschichte von großartiger Intensität. [25:25]
Neu, kurz und gut aus Deutschland: Die Anthologie Der Lotus-Effekt vom Wurdack Verlag versammelt eine gelungene Mischung deutscher SF-Autoren. Wir schauen vom Balkon und stellen zum wiederholten Male fest: Die deutsche SF-Kurzgeschichte ist besser denn je. [36:30]
Datastream
Uwe Post, Symbiose (Atlantis 2009 - 196 Seiten)
Tobias O. Meißner, Hiobs Spiel: Frauenmörder (Eichborn 2002 - 300 Seiten)
Peter Watts, Abgrund (Heyne 2008 - 495 Seiten), Übersetzung: Sara Riffel, Originaltitel: Starfish (1999)
Armin Rößler & Heidrun Jänchen (Hg.), Lotus-Effekt (Wurdack 2008 - 215 Seiten)
Die Musik zur Sendung
stammt von der Cologne Commons Compilation 01
Dungeons, Dragons, Postmoderne: »Das Paradies der Schwerter« von Tobias Meißner ist längst - und zu Recht - ein Klassiker der neuen deutschen Fantasy. Doch ist es wirklich nur ein Fantasy-Roman? Wir folgen den Helden auf ihrem Weg ins Nichts, sprechen über den Zufall als Stilmittel und wagen einen etwas anderen Blick auf einen nihilistischen Roman. [00:00]