Schriftsonar – Der SciFi Podcast

Leonard Richardson: Constellation GamesEine Space Opera ohne Bühnenbild: Ann Leckie verzichtet in ihrem Roman Die Maschinen auf ausschmückende Beschreibungen und liefert Details nur, wenn sie nötig sind. Auch das Geschlecht der Figuren ist in ihrem Universum nur Nebensache. Die Hauptfiguren, Breq und Leutnantin Vendaii, gehören der Kultur der Radch an, die über keine Geschlechtsmerkmale verfügen und dementsprechend auch  bei anderen Rassen die Geschlechter nicht unterscheiden können. In der deutschen, kongenialen Übersetzung von Bernhard Kempen, benutzen sie daher durchgehend das generische Feminin. Ein wichtiger Beitrag zum aktuellen Diversity Diskurs in der SF.

Eine kunterbunte, ausufernd mäandernde Räuberpistole hat Nick Harkaway mit Der goldene Schwarm abgeliefert. Im Gegensatz zu Leckie wird hier jedes Detail liebevoll beschrieben und so dauert es rund 100 Seiten bis das Abenteuer an Fahrt gewinnt. Dann aber gibt es kein Halten mehr. Uhrmacher Joe Spork muss seine Kontakte zur Unterwelt reaktivieren, um zu verhindern, dass der asiatische Superschurke Shem Shem Tsien die gesamte Menschheit versklavt. Unterstützt wird er dabei von der neunzigjährigen Lady Edie Banister, die in ihrem früheren Leben – erzählt in einer zweiten Zeitebene – als Geheimagentin bereits einmal erfolgreich dem Schurken getrotzt hat.

Die Aliens sind gekommen – und haben Videospiele dabei: Leonard Richardson erzählt von einem Erstkontakt der anderen Art. Die Constellation taucht im Erdorbit auf. In der Grußbotschaft an die Menschheit entdeckt Ich-Erzähler und Spielentwickler Ariel Blum im Hintergrund eine Spielekonsole. Auf seine Bitte senden ihm die Aliens ihre Constellation Games und Ariel Blum macht sich fröhlich an die Adaption für den heimischen Markt. Nebenbei bieten die Aliens den Regierungen der Erde an, die Welt vor der Umweltkatastrophe zu retten. Die trauen dem Braten jedoch nicht und versuchen den Erstkontakt streng bürokratisch abzuwickeln und die Aliens auf Abstand zu halten. Zum Glück macht ihnen die weit überlegene soziale Kompetenz der Constellation da einen Strich durch die Rechnung.

Ein Traum ist wahr geworden: Wer anfängt sich für Science Fcition Literatur zu interessieren, stößt recht schnell auf den Hugo Award und fängt an, sich durch die ausgezeichneten Bücher zu lesen. Bisher stand einem bei der Recherche nur online mehr oder weniger lieblos zusammengestellte Listen zur Verfügung und im Netz weit verstreute Rezensionen. Nun hat Hardy Kettlitz in seinem Buch Die Hugo Awards 1953 – 1984 nicht nur die Preisträger sämtlicher Kategorien für jedes Jahr des Hugo Awards fein säuberlich versammelt, sondern liefert zudem auch noch zu jedem Preisträger eine kurze Beschreibung mit. Sei es nun Buch, Novelle, Novelette, Kurzgeschichte, Fanzine, Dramatische Präsentation, oder was auch immer. Zu JEDEM Preisträger aus JEDER Kategorie in JEDEM Jahr.

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Datastream:

Ann Leckie: Die Maschinen. Heyne Verlag (9. Februar 2015). 544 Seiten. Übersetzung: Bernhard Kempen. ISBN: 978-3453316362.

Nick Harkaway: Der goldene Schwarm. Albrecht Knaus Verlag (10. März 2014). 608 Seiten. Übersetzung: André Mumot. ISBN: 978-3813505344.

Leonard Richardson: Constellation Games. Candlemark & Gleam (17. April 2012). 368 Seiten. ISBN: 978-1936460236.

Hardy Kettlitz: Die Hugo Awards 1953 – 1984. Golkonda Verlag (10. März 2015). 315 Seiten. ISBN: 978-3944720715.

Die Musik zur Sendung:

Six Umbrellas – The Psychedelic And

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