Schriftsonar – Der SciFi Podcast

… findet sich hier:
http://www.archive.org/details/Codex-Seraphinianus

Da gab es wohl Copyrightprobleme (tatsächlich waren die Scans womöglich nicht geeignet, dem Zeichner und Verfasser zu gefallen).
Statt dessen gibt es hier mehr über dieses Kunst-Buch (allerdings kein vollständiger Scan, muss ja auch nicht sein):
http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Seraphinianus
http://www.ecriture-art.com/codex.htm#
http://www.abebooks.de/Buecher-Highlight/Codex-Seraphinianus.shtml

Codex SeraphinianusCodex SeraphinianusCodex SeraphinianusCodex SeraphinianusEin Drogenrausch? Brilliante Buchkunst? Eine ungewöhnlich produktive Form von Autismus? Ein genialer Versuch die Nachwelt zu foppen? Oder schlicht die Wahrheit?

Das Buch(?) ist aus den 70er Jahren, weit vor Jeff VanderMeer und anderen Streitern des New Weird. Die rund 360 Seiten lassen einen verwundert, bezaubert und gegebenenfalls sprachlos zurück.


Willkommen im Jahre 2011. Zum Auftakt ein tolles Foto des französischen Stargazers Thierry Legault.

Es zeigt einen Sonnendurchgang der ISS während der letzten Sonnenfinsternis. Finde ich wirklich beeindruckend.
ISS-Eclipse

Hier gibt es das Bild in höherer Auflösung:
A douple solar eclipse: by the Moon and by the ISS


Manche – nein, alle – Verschwörungstheorien sind in ihrem Kern dermaßen bescheuert und unlogisch, dass rationale Argumente ihnen nichts anhaben können. Warum nicht einmal den umgekehrten Weg probieren?

So zum Beispiel mit dem UFO-Unsinn. Die brilliante BBC-Comedy That Mitchell and Webb Look zeigt uns, wie clever und durchdacht die amerikanische Regierung nach ihrem Kontakt mit Aliens vorgangen sein muss. Ein Glück, dass die schlauen Ufologen dahinter gekommen sind.

Genial sind auch die Spots zur gefälschten Mondlandung: Mitchell and Webb – Moon Landing und zu Homöopathie und Heil-Kristallen. Ich liebe Mitchell & Webb.


Margaret AtwoodWir alle wissen es: Margeret Atwood schreibt keine SF. Das sieht nur so aus. The Handmaid’s Tale, Onyx and Crake und andere ihrer Werke sind ja keine SF. Das versteht zwar keiner, sagt sie aber immer wieder. Nun scheint der Damm gebrochen. Erstmals äußert rückt Sie sich in die Nähe des S-Worts. Aber dann doch nicht so richtig.

Der neue Roman von ihr, Das Jahr der Flut, spielt mal wieder in der Zukunft. Aber natürlich kein SF. Nachdem bereits ein spekulativer Roman über Gentechnik und die Schilderung eines fiktiven totalitären Systems zur Unterdrückung der Frau selbstverständlich keine SF waren. Aber trotzdem. In der Zukunft? Wie konnte Ihnen das passieren, Frau Atwood?

Über diese und weitere Fragen gibt Atwood in einem Interview im österreichischen Standard Auskunft. Und wir können erleichtert aufatmen. Das Jahr der Flut ist irgendwie dann doch kein SF. Puh. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dieser Witz würde uns verloren gehen. Atwood klärt auf:

Es ist nicht die erste Geschichte von Ihnen, die in der Zukunft spielt. Das Wort Science-Fiction mögen Sie aber nicht – warum?

Leute dürfen das Wort schon verwenden, aber oft meinen sie mit damit etwas anderes. Also andere Planeten, Raumschiffe, Sie wissen schon. Das ist es nicht, was ich schreibe. Bei mir geht es um Wahrscheinlichkeiten: Dinge, die passieren könnten, die auf wissenschaftlicher Basis tatsächlich möglich wären. Es geht um eine veränderte Wirklichkeit.

Vielleicht könnte sich mal jemand erbarmen, Margaret Atwood eine Kiste mit guten SF-Büchern zu schenken aus den, sagen wir letzten 30 Jahren? Aber naja, dann würden wir dieses Lächeln über Margaret Atwood dahinschenken.

Das wär ja auch irgendwie schade.

Link: Margaret Atwood “Wir verändern die Wirklichkeit jetzt” in derStandard.at

The Encyclopedia of Science FictionThe Encyclopedia of Science Fiction, von John Clute und Peter Nicholls wird in ihrer dritten Auflage zum Online-Projekt. Dies erzählt John Clute in einem Interview in der aktuellen Ausgabe von Locus.

We’re now about halfway through the writing of the third edition of the online Science Fiction Encyclopedia. That’s what I like to say, but the book is such a complex entity and it grows in so many different ways as you do it that to say ‘halfway’ just means we hit a million new words, we hit ten thousand entries, we hit this, we hit that, and we’re halfway through the alphabet in terms of how many words are left in all the other comparable reference books I was looking at. So when I say ‘halfway through,’ it’s very rough.

Das Werk ist ein Standard für SF-Geeks und solche, die es werden wollen und es ist schweineteuer. Damit stellt sich für mich natürlich die Frage, ob die Encyclopedia im Netz dann kostenlos sein wird? Die Erfahrungen mit bezahltem Content im Internet zeigen, dass dem Verlag hier wohl kaum etwas anderes übrig bleiben wird. Na prima. Aber vielleicht ist die Zielgruppe dermaßen speziell, dass ein bezahlendes Mikro-Publikum reicht. Zu dem ich dann natürlich nicht gehören würde.

Zur Zeit ist auf der entsprechenden Internetseite noch nicht viel zu sehen, aber für Unverdrossene kann es lohnen, sich die Adresse schon einmal zu bookmarken.

Erzähle eine Geschichte.
Fasse dich kurz.
Noch kürzer.

Six Word SF Stories

In seinem Bestreben, sich gegen den wachsenden Druck der Anti-Scientology-Bewegung Anonymous zu wehren, hat die Sekte einen unerwarteten Verbündeten bekommen: YouTube.

Das Portal hat die Videobotschaften, mit denen Anonymous seine Internetaktionen und Kampagnen gegen Scientology verbreitete, aus dem Netz genommen. Begründung: »This video has been removed due to terms of use violation.« Das ist absurd und dieser Fall von YouTube-Zensur ohne Beispiel.

Man sieht, wie lang der Arm der Scientology-Sekte ist und welchen Druck sie auf ein Unternehmen wie YouTube ausüben kann. Man sieht auch, wie überfällig und wichtig grundlegende und massive Aktionen gegen diese hochgefährliche Organistation sind.

Die neueste Videobotschaft von Anonymous ist zur Zeit noch bei Youtube zu sehen. In ihr kündigt Anonymous die Operation Reconnect an, den nächsten Schritt ihres Kampfes gegen Scientology.

Weitere Informationen findet man unter:
-> Enturbulation
-> Call of the Day
-> Operation Reconnect

-> Anonymous gelingt Schlag gegen Scientology
-> Fragen zum Tod eines Kritikers
-> Anoymous: Internet-Feldzug gegen Scientology
-> Weltweite Proteste gegen Scientology

Schriftsonar sagt:
Unterstützt Anonymous! Verbreitet die Botschaften! Bekämpft Scientology!

We are Anonymous.
We have Awoken.
We stand as many. Thinking as one.

Scientology - Ein PlagiatL. Ron Hubbard, Erfinder des pseudoreligiösen Hintergrunds der Scientology-Sekte, hat zentrale Bestandteile seiner Idee abgeschrieben.

Und zwar aus der englischen Übersetzung des Textes Scientologie: Wissenschaft von der Beschaffenheit und Tauglichkeit des Wissens von Dr. A. Nordenholz aus dem Jahre 1934. Nicht einmal der krude Hintergrund der Sekte ist also eine originäre Leistung des Sektengründers.

Die Sekte, die man getrost als eine der gefährlichsten Organisationen der Gegenwart ansehen kann, wird das freilich kaum stören. Möglicherweise ist den Sektenoberen die verwirrte Ideologie und »Lehrmeinung« ihrer Sekte sowieso gleichgültig. Schließlich geht es in erster Linie um die Vermehrung von Macht und Geld.

Diese Meldung passt in eine Zeit, in der die Sekte im Internet zusehens unter Druck gerät durch eine Gruppe namens Anonymous, die es sich durch Internetattacken und friedlichen Demonstrationen zum Ziel gesetzt hat, Scientology in die Knie zu zwingen. Auch wenn ich persönlich glaube, die wirkungsvollsten Feinde der Sekte sind Steuerfahnung und Verfassungsschutz, so tut Anonymous eine Menge, um durch die Verbreitung von Sektenmaterial aufzuklären und durch Demonstrationen Widerstand zu formieren.

Link (via BoingBoing)

Zum Thema Frauenbild in der frühen SF gäbe es eine Menge zu sagen. Vergessen wir das für einen Moment. Sehen wir uns stattdessen ein Video an. Der Kommentar hierzu auf SF Signal ist nicht zu toppen:

This morning I woke up and said, “I’d like to watch a video of Pulp science fiction covers with women on them set to soothing music.”

Link (via SF Signal)

nasasnack.jpgFeinschmecker und Gourmet-Journalist testet Astronautennahrung.

Es gibt vermutlich ziemlich wenige SF-Romane und Kurzgeschichten, die sich mit Essen beschäftigen (spontan fällt mir dazu tatsächlich überhaupt nichts ein). Auch bei TV Serien sieht es nicht besser aus. Die Nahrungsrationen in Battlestar Galactica wirken wie lästiges Junk Food auf dem Weg zur Front. Irgendwie gibt’s da immer nur Nudeln. Was auch daran liegen mag, dass in dieser Serie offensichtlich keine Tiere existieren. Nur in Star Trek Voyager steht die Küche und das gemeinsame Essen immer wieder im Zentrum müder Witze und launischer Konversationen. Hier scheint jedoch Seven-Of-Nine am ehesten den Zeitgeist aktuellen Spacefoods zu treffen (»I require nutrition«), zumindest wenn man den Bericht von Bill Daley liest, seines Zeichens »food and wine critic« für die Chicago Tribune.
Daley nahm als erster professioneller Gourmet die Astronautennahrung der ISS Space Station unter die Lupe, besser: auf die Zunge.

There I was, feeling like a cross between a superstar chef and a crack addict, madly jabbing a needle into a scrunched-up pouch of freeze-dried NASA shrimp cocktail, injecting a bit of water, and watching the water dribble uselessly back out. Welcome to space—the final food frontier.

Wer schon immer mal wissen wollte, ich welch kulinarischen Höhen die Astronauten um die Erde kreisen, dem gibt Daley einen anschaulichen Bericht über die mäßige Supermarktqualität der NASA-Snacks. Ein interessantes Detail ist die aufgrund der Schwerelosigkeit eingeschränkte Fähigkeit, Nahrung vernünftig schmecken zu können. Dauerschnupfen im All, sozusagen:

Food scientists, not chefs, are in charge of NASA’s space meals. (…) Not that flavor matters much: Aromas don’t waft upward toward the nose in space. Bodily fluids do, though. They puff up the astronauts’ features into a Charlie Brown face that makes it hard to smell (and therefore taste).

Link

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