Schriftsonar – Der SciFi Podcast

Foto: Sigourney Mückke (cc-by-sa)
Das Schriftsonar Team landet zur Museumsnacht am 24.10.2015 im KunstWerk Köln und installiert dort eine “SciFi Lounge”. Lesungen wechseln sich ab mit elektronischer Live Musik. Dazu gibt es gekühlte Getränke und vielleicht auch pangalaktische Donnergurgler oder ähnlich futuristische Rachenputzer. Hier das Programm:

20:00 Lesung: Deutsche Science Fiction jenseits von Eschbach und Darth
21:00 Liveact: Cie (Techno)
22:00 Vortrag: Überwachungsszenarien der Science Fiction im Reality Check
23:00 Liveact: Erich Schall (Dubtechno)
24:00 Lesung + Gespräch: Die Must Reads der zeitgenössischen Science Fiction Literatur.
01:00 Liveact: Das Blaue Monster (Dubtechno)
02.00 DJ: Neitscho (Dubtechno)

Es wird bestimmt ein netter Abend und wir würden uns freuen, wenn ihr auf Eurer Tour durch die Kölner Museumsnacht vorbeischauen würdet.

Bericht vom DortCon 2015 am 21. und 22. März

DortCon-Logo

Ich bin was SciFi-Cons betrifft ein ziemlicher Spätzünder. Letztes Jahr war ich zum ersten Mal auf einem WorldCon, dem LonCon3. Und in diesem Jahr war ich, wenn ich richtig mitgezählt habe, zum vierten Mal auf dem DortCon. Es war, das Wortspiel sei mir erlaubt, ein phantastischen Wochenende. Zum einen, weil ich inzwischen einige der Akteure der deutschen SciFi-Szene über die Jahre kennen gelernt habe und es einfach schön ist ein Wochenende unter „seinesgleichen“ zu verbringen. Zum anderen war in diesem Jahr das Programm für meine Verhältnisse perfekt ausbalanciert. Es gab von allem etwas, sei es nun Literatur, Fandom, Unterhaltung, Wissenschaft oder auch Bier. Und nicht zuletzt mit Chris Becket einen tollen Ehrengast. Hier mal im Schnelldurchlauf, was ich auf dem DortCon 2015 erlebt habe.
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Ihr wollt mit abstimmen, an welchem Ort der Worldcon 2017 stattfindet? Hurra – los geht’s!

Dieser Beitrag ist meine (eher freie) Übersetzung der Original Anleitung „So, You Want to Vote on Worldcon Location? Yay!“ von Arisia Crystal. Ich habe mir fest vorgenommen für Helsinki in 2017 zu stimmen und hoffe, dass dies mit dieser Anleitung dem ein oder anderen von Euch auch gelingt. Los geht’s.

helsinki2017-only-youEs hat fast schon Tradition, dass bei dem Worldcon die Wahlbeteiligung bei der Wahl für den nächsten Austragungsort (in welcher Stadt / Land also zukünftige Worldcons stattfinden werden) eher enttäuschend gering ausfällt. Im letzten Jahr (2013) hatten sich zwar 6130 Personen als Mitglieder des LoneStarCon3 registriert. Davon haben sich dann allerdings gerade einmal 1348 Personen an der Wahl für den nächsten Austragungsort beteiligt. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 22%. Und dabei war dies noch eine äußerst spannende und knappe Wahl.

Die geringe Wahlbeteiligung ist sicherlich nicht gewollt, auch wenn das Wahlverfahren zugegebenermaßen nicht ganz einfach zu verstehen ist. Außerdem ist die Organisation eines Worldcons ein riesiges Unterfangen und kann leicht an allen Ecken und Enden ausarten, so dass die Wahlmodalitäten der Standortwahl es nicht immer bis an die Spitze der Dinge schafft, die unbedingt klar und einfach kommuniziert werden müssen. Hinzu kommt, dass es in der Vergangenheit oft auch nur genau eine Bewerbung für den nächsten Austragungsort gab. Insofern ist es verständlich, dass die Wahl bisher nie besonders im Fokus der Organisatoren stand.

Aber es wird nun einmal per Wahl festgelegt, wo die Worldcons stattfinden werden. Und die langfristigen Auswirkungen auf den Worldcon sollten dabei nicht unterschätzt werden (dazu später mehr). Nicht zuletzt ist an der Wahl teilzunehmen eine günstige Möglichkeit, um eine Mitgliedschaft für einen zukünftigen Worldcon zu erwerben. Daher hier also die Erklärung, wie Du für den Austragungsort des Worldcon 2017 abstimmen kannst.
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Schlicht und ergreifend eins der besten Spiele für Android.

Auch wenn ich sonst keine Spielerezensionen schreibe, aber dieses Action-Adventure hat einfach alle Aufmerksamkeit der Welt verdient. Waking Mars ist atmosphärisch dicht, hat einen super Soundtrack, professionelle Sprecher, tolles Gameplay (wie man auf neudeutsch so sagt) und ein wunderschönes Setting: Im Jahre 2097 werden Anzeichen von Leben auf dem Mars entdeckt. Der Spieler steuert den Forscher Liang, der laufend, kriechend und dank eines Jetpacks fliegend in ein weit verzweigtes Höhlensystem eindringt. Dort entdeckt er pflanzenähnliche Lebewesen (Zoa) die sich anscheinend in einem Ruhezustand befinden. Durch einen Erdrutsch wird er in der Höhle eingeschlossen und muss nun einen Weg nach draußen finden. Doch die Eingänge sind von seltsamen pflanzenähnlichen Membranen versperrt. Den ganzen Beitrag lesen »

… findet sich hier:
http://www.archive.org/details/Codex-Seraphinianus

Da gab es wohl Copyrightprobleme (tatsächlich waren die Scans womöglich nicht geeignet, dem Zeichner und Verfasser zu gefallen).
Statt dessen gibt es hier mehr über dieses Kunst-Buch (allerdings kein vollständiger Scan, muss ja auch nicht sein):
http://de.wikipedia.org/wiki/Codex_Seraphinianus
http://www.ecriture-art.com/codex.htm#
http://www.abebooks.de/Buecher-Highlight/Codex-Seraphinianus.shtml

Codex SeraphinianusCodex SeraphinianusCodex SeraphinianusCodex SeraphinianusEin Drogenrausch? Brilliante Buchkunst? Eine ungewöhnlich produktive Form von Autismus? Ein genialer Versuch die Nachwelt zu foppen? Oder schlicht die Wahrheit?

Das Buch(?) ist aus den 70er Jahren, weit vor Jeff VanderMeer und anderen Streitern des New Weird. Die rund 360 Seiten lassen einen verwundert, bezaubert und gegebenenfalls sprachlos zurück.


Ich reise in die Zukunft und sehe mich selbst als alten Mann. Solch ein Zeitreiseparadox ist ein beliebtes Motiv der SF. Aus der Fantasy kennen wir den magischen Spiegel, durch den wir einen Blick in ferne Zeiten werfen können. Wie wäre es wohl, wenn wir wirklich einen solchen Spiegel hätten, mit dem wir uns über Jahrzehnte hinweg in die Augen blicken könnten, unserem späteren Selbst mit Falten, schütterem Haar und müden Augen? Würde ein solcher Blick auf unser Aussehen in der Zukunft unser gegenwärtiges Leben verändern?

Dieser Frage geht ein Team aus Psychologen und Virtual Reality Spezialisten an der University of Stanford in den USA nach. Mit Einsatz von Virtual Reality geben sie Testpersonen die Möglichkeit, sich selbst als altem Menschen gegenüber zu stehen. Der Avatar wird zum Zeitreisenden, der uns einen magischen Spiegel vorhällt.

Das Resultat unter den Testteilnehmern ist zu nahe liegend um nicht auch überraschend zu sein. Wer sich selbst als altem Menschen in die Augen geblickt hat, der würde deutlich mehr in seine Altersvorsorge investieren als eine Vergleichsgruppe. Und hier liegt auch der Sinn dieser Forschungen: Die Menschen zu einem besseren und verantwortungsvollerem Umgang mit ihrer eigene Zukunft zu erziehen.

Mich erfüllt dieses Experiment mit ambivalenten Gefühlen. Auf der einen Seite scheint es wünschenswert, wenn wir uns bisweilen direkt mit den Folgen unseres Tuns konfrontieren könnten. So wäre es sicher eine der wirkungsvollsten Anti-Raucher Kampagnen, wenn wir die Möglichkeiten hätte zu sagen: sieh mal, so siehst du mit Lungenkrebs im Endstadium aus. Dies würde womöglich mehr bewirken als jede abstrakte Aufklärungskampagne.

Auf der anderen Seite frage ich mich, ob der Blick in die eigene Zukunft, und sei es auch nur auf ihr äußeres Erscheinungsbild, die gelebte Gegenwart zu einem Vorspiel reduziert und aus dem freien Entwurfsspiel des Lebens ein lebenslanges Vorausdenken macht, frei von der Kreativität des unbekümmerten Selbstentwurfs. Wie verändert sich meine Lebenseinstellung, wenn ich anfange, die Gegenwart vor allem als Übergangsphase zum Alter zu begreifen? Will ich wirklich wissen, wie ich später aussehe? Oder kann der Gedanke daran mich auch im Gefühl einer Art Perspektivlosigkeit blockieren?

Es fällt mir nicht leicht, darauf eine einfache Antwort zu finden. Wie kann man es verbinden, zugleich selbst-verantwortlich zu handeln und trotzdem nicht zuviel an später zu denken?




Dienstagswelt




Link:
Tony Ferreira




Wer sich für Science Fiction interessiert, der denkt über die Zukunft nach. Dieser Satz ist nicht falsch, aber ist er ganz richtig? Was meinen wir, wenn wir Zukunft denken und welche Art von Zukunft beschreiben Vorhersagen?

Fernöstliche Meditationslehre sagt, dass Zukunft und Vergangenheit nicht existieren, dass sie Illusionen des Geistes sind. Das Morgen gibt es nicht. In unserer modernen Welt beschreiben wir die Zukunft wie einen Katalog von Möglichkeiten und Entwicklungen. Doch wenn wir in dieser Weise über die Zukunft sprechen, reden wir dann wirklich über sie, oder nur über eine Konstruktion der Gegenwart?

Jacques DerridaDer französische Philosoph Jacques Derrida umschreibt eine Zweigestaltigkeit der Zukunft. Die eine, über die wir reden, die wir vorplanen und mit unseren Erwartungen füllen, und jene, die wirklich die Zukunft ist, das kommende (l’avenir), das per Definition unvorhersehbar ist.

In general, I try to distinguish between what one calls the future and “l’avenir.” The future is that which – tomorrow, later, next century – will be. There’s a future which is predictable, programmed, scheduled, foreseeable.
But there is a future, l’avenir (to come) which refers to someone who comes whose arrival is totally unexpected. For me, that is the real future. That which is totally unpredictable. The Other who comes without my being able to anticipate their arrival.
So if there is a real future beyond this other known future, it’s l’avenir in that it’s the coming of the Other when I am completely unable to foresee their arrival.

Es sind nicht die “Wild Cards” über die Derrida spricht, nicht das Unvorhergesehene. Die wirkliche Zukunft ist für ihn das Unvorhersehbare, das erst sichtbar wird, wenn es geschieht.

Link: Jacques Derrida And ‘l’avenir’ – The ‘Unpredictable Future’




Es sieht aus wie ein Haufen fleischiger Därme, aber es sind Jahrhunderte der Phantastik. Diese wunderschöne und offensichtlich handgemalte Mind Map zur Geschichte der SF wurde anlässlich der siebten Places and Spaces: Mapping Science Exhibit angefertig.

Mind Map SF History

Ein Klick auf die Grafik führt zum Bild in Originalgröße. Die detailreich und liebevoll gestaltete Karte ist es wert, einige Zeit bei ihr zu verweilen.

(via twitter / futurismic)


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