Schriftsonar – Der SciFi Podcast

Nach der Folge 50 geht es weiter

Ich habe jetz so viel positives Feedback zu den zwei Folgen bekommen, die ich alleine produziert habe, und das hat mir auch selbst so viel Spaß gemacht, dass ich hiermit verkünde: Nach der Folge 50 geht es weiter. Bezüglich der Frequenz möchte ich nichts versprechen, nur so viel: Folge #49 kommt noch dieses Jahr und auf Folge #50 müsst ihr dann kein halbes Jahr warten. Ansonsten muss ich mal sehen in welcher Frequenz ich SicFi-Bücher lesen werde. Im Moment bin ich ganz gut dabei, aber nicht alles ist eine Besprechung wert und hin und wieder lese ich ja auch mal was anderes.

Ich freue mich sehr über Eure Kommentare, da habe ich dann nicht so das Gefühl in ein “schwarzes Loch” zu senden. Aber ich würde das glaube ich so oder so machen, einfach weil es nach wie vor Spaß macht.

In diesem Sinne,

Euer FC Stoffel

Weiter bis zur Nummer 50

Der letzte Beitrag von Michael war etwas schnell aus der Hüfte geschossen, denn Schriftsonar ist nicht komplett beendet, auch wenn es nicht mehr so sein wird wie früher.

Update (20.11.2014): Nach der Folge 50 geht es weiter.

Ich (FC Stoffel) möchte gerne noch bis zur Nummer 50 alleine weitermachen, einfach um nicht bei so einer krummen Nummer aufzuhören. Nennt mich Mr. Monk.

Schriftsonar wird ohne Michael nicht mehr das sein was es war. Ich bin traurig, das Michael sich von der Sendung verabschiedet hat, aber als sein Freund kann ich ihn auch verstehen. Denn auch ich habe mich in meinem Leben schweren Herzens von dem ein oder anderen Projekt verabschiedet, um zu neuen Ufern aufzubrechen. Und das oft ohne zu wissen wohin die Reise geht. Und bisher haben sich in meinem Leben diese Entscheidungen, so schwer sie mitunter waren, als richtig erwiesen. Michael weiß was er tut und ich bin überzeugt, daß es für ihn eine richtige Enstcheidung war.

Als Michael mit mir darüber sprach, daß er aufhören möchte, habe auch ich überlegt, Schriftsonar damit hinter mir zu lassen. Ich bin dann aber zu dem Schluß gekommen, daß ich diesen Podcast wirklich gerne auch noch im Seniorenstift produzieren möchte und lasse es jetzt also einfach mal drauf ankommen.

Keine Ahnung, ob ich das alleine hinbekomme. Keine Ahnung, ob das dann überhaupt noch jemand hören will. Keine Ahnung in welcher Frequenz die Sendungen kommen werden. Immerhin muss ich ja jetzt alle Bücher alleine lesen.

Aber es gilt: Bis zur Nummer 50 halte ich durch und dann stimmen wir ab, wie es weitergehen soll.

Update (20.11.2014): Nach der Folge 50 geht es weiter.

Vielleicht kriege ich Michael ja zur Nummer 50 dann nochmal als Gast eingeladen.

Wir hören uns,
FC Stoffel

Wenn es am schönsten war

Das Schriftsonar-Team löst sich auf, die Mission ist beendet. Nach elf Jahren verlassen wir die Umlaufbahn um den Bücherplaneten. Down to Earth oder Ad Astra? – das weiß keiner. Nur eines ist klar: So, wie es mal war, wird es nicht mehr sein. Ein paar Worte zum Abschied.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist? Nein, das glaube ich nicht. Wenn es am schönsten ist, dann soll man dieses Gefühl ruhig ein wenig genießen. Soll sich zurücklehnen und stolz sein auf den Weg, den man zurückgelegt hat, sich wohlfühlen in der Mühelosigkeit, die man erreicht hat. Nostalgisch blättert man in der Vergangenheit und merkt, das Schönste war, dass es immer Spaß gemacht hat.

Aber irgendwann zwickt selbst der bequemste Sitz, wird die Mühelosigkeit zur Routine und man fühlt, dass man das Beste, was man hier erreichen konnte, vielleicht schon erreicht hat. Denn wenn es am schönsten war, blicke ich nicht zurück, ich blicke nach vorne. Natürlich hätte ich immer so weiter machen können mit diesem kleinen Projekt, den Redaktionswitz vom Schriftsonar aus dem Seniorenstift wahr werden lassen. Und es wäre so leicht, auf all die fragenden, aufmunternden und netten Mails zu hören, die mich auch ein Jahr nach unserer letzten Sendung immer noch erreichen. Diese Mails machen mich bescheiden, ja sogar ein bisschen glücklich und sie machen es schwer. Das Gemurmel der Zuhörer, die mit großer Anteilnahme vor der Bühne ausharren und auch nach Monaten immer noch nach einer Zugabe rufen. Es wird keine Zugabe mehr geben. Das Schriftsonar stellt sein Erscheinen ein.

Es ist schwer, ehrlich zu sich selbst zu sein, weil es so leicht ist, es nicht zu sein. Und deshalb war es auch keine spontane Entscheidung, aber eine endgültige.

Und nein, es ist auch kein Zeitproblem. Zuviel Arbeit, das ist immer eine Ausrede. Keine Band löst sich auf, weil es zuviel Arbeit ist. Auf gewisse Weise ist sogar das genaue Gegenteil der Fall. Mühsam wird es, wenn es mich nicht mehr anstrengt. Wenn ich nicht mehr das Gefühl habe, es könne auf diesem Weg noch etwas neues kommen und ich könnte ein Weiterentwicklung gestalten. Routine frisst Motivation. Die Fans einer Serie wollen einfach immer nur die nächste Folge. Die Schauspieler nicht.

Ein kleiner Podcast ist im Grunde eine zu unbedeutende Sache, um viele Worte zu verlieren. Doch das Schriftsonar hat mich und unsere Hörer über erstaunlich und unerwartet viele Jahre begleitet. Ich danke Stoffel für viele sehr vergnügliche Momente. Ich danke allen Sprecherinnen und Sprechern, die immer ein wichtiger Teil des Schriftsonars waren.

Ich danke euch.
Es hat Spaß gemacht.

Good Bye Ray …

Ich habe von den versteinerten Meeren des Mars geträumt, den Eiscreme-Anzug bewundert, mich vor dem Illustrierten Mann gegruselt und bin oft zu Fuß durch seine stillen Straßen gegangen.

Ohne Ray wäre meine Jugend eine andere gewesen …

Ray Bradbury (1920-2012)


Der Name des sozialen Netzwerks ist Programm. facebook sammelt Gesichter. In den Datenbänken des amerikanischen Konzerns entsteht die weltweit größte Sammlung biometrischer Daten. Wie finden Science Fans so eine Entwicklung?

Ist das die Verwirklichung der faszinierenden Vorstellung einer lückenlosen Vernetzung im ALLnet – spannend, nützlich und harmlos? Oder ist es der schleichende Übergang zu einer kommerziellen Überwachungsgesellschaft, das “1984″ einer globalen Konsumreligion? Oder ist es gar der infrastrukturelle Bodensatz, auf dem zukünftige autoritäre Systeme ihre Kontrollmechanismen etablieren können?

Man kann sicher sein, dass die chinesische oder russische Regierung nicht uninteressiert an den biometrischen Daten ihrer facebook-Landsleute wären. Wie würden wir wohl auf ein entsprechendes Datenleck reagieren?

Wie jetzt bekannt wurde, kopierten unbekannte Hacker Millionen biometrische Datensätze aus den Zentralservern des facebook-Konzerns. Wie der Datenschutzbeauftragte des Konzerns zugab, wurde das Datenleck bereits …

Wie lange würde es wohl bis zu einer solchen Schlagzeile dauern? Auch die Kontrollinstanzen der westlichen Demokratien, ebenso wie die Berlusconis der Zukunft, dürften nicht uninteressiert an diesem Datenschatz sein.

Kann es tatsächlich sein, dass wir uns ohne weitere Hintergedanken freiwillig zu einem gläsernen Menschen machen? In einer Zeit, in der ein Webprofil immer mehr zum Lebensprofil wird und in der Konzerne beginnen, unsere Konsumbiografie aufzuzeichnen?

Wie fänden wir es, wenn die Kulisse aus dem Film Minority Report Wirklichkeit werden könnte? Abgefahren, weil es uns dem Konsumnirvana totaler, unmittelbarer und personalisierter Bedürfnisbefriedigung ein großes Stück näher bringt? Oder bekommen wir eine Gänsehaut, weil der Big Brother des 21. Jahrhunderts aussieht wie Thomas Gottschalk oder Stefan Raab?

Ist das eine übertrieben ängstliche Dystopie oder der Keim einer grundlegend falschen Entwicklung?

Wer mehr über die aktuellen Entwicklungen wissen will, der kann z. B. mit diesem Artikel des Kölner Stadtanzeigers beginnen: Die Millionen Augen von Facebook (KSta vom 11.11.11)


Wie klingt die Erde, wenn sie zerstört? Der New Yorker Klangkünstler Micah Frank macht die Schwingungen des gewaltigen japanischen Bebens hörbar.

Aus einem sanften Rauschen erhebt sich ein pulsierender Klangteppich bis zu einem dissonanten Kreischen. Es ist nur eine Klangkonstruktion und doch scheint es uns, als höre man in das Herz der Katastrophe. Unheimlich.

Earthquakes off the east coast of Honshu, Japan – Friday March 11, 2011 by Micah Frank

(Die überflüssigen Kommentare lassen sich durch einen Klick auf die Sprechblase ausblenden.)

Das Erdbeben von Japan ist für uns vor allem eine Bilderflut voller Schock, Anteilnahme und einer verstörend düsteren Sensation. Das ZDF kam für einen kurzen Moment auf die geschmacklose Idee, die bewegendsten Bilder mit einem gefühlig depressiven Soundtrack zu untermalen, eine Art tönende Wochenschau des Leids.

Doch wenn es überhaupt einen angemessenen Soundtrack geben kann, der das Leid der Opfer nicht verhöhnt, dann nur durch die Natur selbst. Micah Frank spürt seit 2009 mit seinen tektonischen Installationen Schwingungsmustern nach, die durch Erdbeben rund um die Welt entstehen, und transformiert sie in Klang.




Schriftsonar T-Shirt Zum 40. Jubiläum des Schriftsonar Podcast gibt es von uns dieses wunderschöne T-Shirt.

Das Shirt aus der Umlaufbahn um den Bücherplaneten, die Kleidung der Zukunft.

Für Fans und Sympathisanten.




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Der Preis besteht nur aus den reinen Herstellungs- und Materialkosten. Wir verdienen daran nichts, wir freuen uns nur. Der Stoff ist aus hochwertiger Bio-Baumwolle, das Shirt ist angenehm zu tragen. Es ist in unterschiedlichen Größen und Farben erhältlich, je nachdem, was bei Spreadshirt gerade auf Lager ist. Aus dem gleichem Grund schwankt auch der Preis im Laufe des Jahres immer etwas. Auf Anfrage auch mit acht Armlöchern für Tentakelmonster.

Ihr hört Schriftsonar. Dann zeigt es Ihnen!

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Die Diskussionen über die Zukunft des Buches und des Buchmarktes sind in vollem Gange. Technologisch wird dieses Thema jedoch von IT-Entwicklern und Thinktankern beherrscht, die sich mit vielem beschäftigen. Aber nicht viel lesen.

Als Science Fiction- und Bücherfan fühle ich mich quasi von zweiten Seiten von dem Thema betroffen. Es gibt jede Menge Konzeptstudien zur Zukunft des Buches. Was ich jedoch in ihnen vermisse, ist das, worum es beim Buch geht. Um’s Lesen. Wir können blättern, chatten, klicken, wir erfahren alle Referenzen, sind vernetzt und können sogar selbst mitmachen! Nur … einen längeren Text lesen werden wir auf diese Weise nicht mehr.

Es sind Bücher von wenig-Lesern für nicht-Leser. Bücher für Menschen, die höchsten in Büchern lesen. Die aber kein Buch lesen.

Hier ein gutes Beispiel. Eine Studie zur möglichen Zukunft des Buches von der Agentur IDEO. Ich wette, die beteiligten Designer und Entwickler lesen nicht mehr als ein oder zwei Romane im Jahr. Wenn überhaupt.

Irgendwie ist das, als würde man die Zukunft der Kindererziehung mit lauter kinderlosen Singles diskutieren. Da beschleicht mich die Frage, ob zukünftige Generationen überhaupt noch die mentalen Fähigkeiten haben werden, um einen 800 Seiten Roman zu lesen?

Ein vollkommen immersiver Akt, die wunderbare Erfahrung, regungungslos zu sitzen und einfach nur zu lesen, während dabei etwas in meinem Bewusstsein geschieht. Ohne mit den Fingern auf den Seiten rumzuzappeln, ohne dreißig Tweets zu füttern, ohne sich durch interaktive Aufgaben zu klicken. Einfach nur dasitzen, Worte lesen. Stundenlang und ohne etwas anderes zu tun als gelegentlich am Kaffee, Tee oder Wein zu nippen. Während in mir ein Universum entsteht.

Ich meine diese Gedanken nicht (nur) kulturkritisch. Früher wurden die Menschen durch Stummfilme geängstigt und gefesselt. Heute hält der ungeübte Zuschauer die langsame Bildsprache und die expressiven Gesichter mit den musikalischen untermalten Emotionen kaum noch aus.

Bruce Sterling beschreibt in The Caryatids, wie die Menschen der Zukunft nicht mehr in der Lage sind, Spielfilme zu sehen, weil ihre Wahrnehmungsmuster und ihre Aufmerksamkeitspanne sich nicht mehr auf eine lineare Zwei-Stunden Handlung konzentrieren können.

Werden die neuen digitalen “Bücher” die immersive und intime Leseerfahrung verschwinden lassen? Werden die Leser der Zukunft Bücher wie Moby Dick, Wüstenplanet oder Cryptonomicon nicht mehr lesen können, weil sie in einer Welt hyperaktiver Gadgets und minimaler Konzentrationsspannen leben?

Mal im Ernst, wer kann heute noch einen ganzen Nachmittag auf der Couch sitzen und ein Buch lesen. Ich meine nicht, wer hat noch die Zeit dazu? Ich meine: Wer ist mental noch in der Lage, solch ein Erlebnis mit sich selbst zu teilen? Werden wir zu hyperaktiven Häppchen-Lesern mit blinkenden Klick-Blätter-Biep-Kisten auf dem Schoß?

Die Designer solcher Studien scheinen es zu sein.


Geschichte wird gemacht, es geht voran. Wir holen wieder eine alte Ausgabe aus dem Regal und reihen sie in den Podcast-Feed. Diesmal die Nummer #17 aus dem Jahre 2005.

Link: Schriftsonar #17 – Richard Morgan, Justina Robson, Angela und Karlheinz Steinmüller

Es hat sich als zu aufwändig erwiesen, die alten Sendungen komplett mit neuer Creative Commons Musik zu vertonen. Dazu fehlt uns schlicht die Zeit. Dieses Hemniss umgehen wir nun, indem wir die Zwischenmusik in den alten Backlist-Sendungen weglassen und einfach nur kleine Sounds dazwischenhängen. Auf diese Weise, so hoffe ich, werden wir zukünftig mit der Backlist schneller vorankommen.


Dass sich die phantastische Buchlandschaft in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert hat, ist keine besonders originelle Feststellung. Jeder, der sich regelmäßig in den entsprechenden Ecken der Buchläden rumtrieb, konnte die Umschichtung der Genres und Themen mitverfolgen.

Vor allem natürlich in Richtung Fantasy, welche mittlerweile nach meinem Augenschein bis zu 70 Prozent des Angebots ausmacht.

Trotzdem finde ich es lustig, in alten Veröffentlichungen und Anthologien den mittlerweile exorzierten Zeitgeist früherer Tage zu spüren. So zum Beispiel in einem kleinen Vorwort aus dem Jahre 1980 im Heyne Science Fiction Jahresband. Zur Kurzgeschichte Weggefährten von Tanith Lee steht dort:

Tanith Lees Stärke ist die Fantasy, das Randgebiet der Science Fiction, in dem das Science durch Sorcery (Zauberei) ersetzt ist und die Welt der Schwertkämpfer seit Robert E. Howards Conan fröhliche (und blutige) Urständ feiert. Auch dieses Subgenre der SF hat seine Reize und immer mehr Liebhaber, die sich von dem technischen (und oft pseudotechnischen) Brimborium der “Hardware”-Science Fiction eher abgestoßen fühlen.

Ja, so war das mal in der Zeit, vor dem Aufkommen der “Science Fiction”, des Randgebiets der Fantasy, in dem sich immer weniger Liebhaber tummeln, die sich von dem magischen (und oft pseudomittelalterlichen) Brimborium eher abgestoßen fühlen.

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